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wasistlos Bad Füssing Magazin August 2018

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Wasistlos - Das Bad Füssing Magazin August 2018: Hier erhalten Sie eine Vorschau, welche Top-Veranstaltungen und Highlights Sie in Bad Füssing 2018 erwarten! Lebensfreude, Körperkultur und Genuss - Das wasistlos Magazin berichtet über aktuelle Themen aus der Thermenregion rund um Bad Füssing, liefert Ihnen Ausflugstipps, tolle Veranstaltungen, Gewinnspiele und gibt Insider-Tipps rund um Kulinarik und Genuss. Auch Kultur- und Kunst-Liebhaber kommen bei interessanten Ausstellungstipps und Hintergründe zur Geschichte der Region auf ihre Kosten. Diesen Monat: Das Herrenzimmer im Schloss Vornbach - "Af an Ratsch" von und mit Romy Dadlhuber - 14. Bad Füssinger Thermen Open Air 2018 - Aqua Piano Konzerte 2018 - Die Arrestzelle drei ist für dich frei: ein Bad Füssing-Kurzkrimi von Ella W. Anders - Werte und Immobilien im Thermenland - Der aktuelle Radtipp für August - TV-Programm - u.v.m. cs-inmedia, Fürstenzell

Foto: pb sagte Benno

Foto: pb sagte Benno Brettlschneider, Justizvollzugsbeamter beim Vater Staat, zu seinem ehemaligen Schulfreund und langjährigen Vorgesetzten, dem »ruppigen Ruppert«. Und er grinste bei diesen Worten bis über beide Ohren. Dann führte er mit Vergnügen den Haftbefehl aus. Er öffnete die Tür der Zelle und drängte seinen Chef trotz heftiger Gegenwehr in den kahlen, grün getünchten Raum, der bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet war. Dabei spottete er: »Passt die Anstaltskluft? Sir? Sie fühlen sich darin wohl? Sir?« Benno schaute in die Runde der schweigenden Kollegen: »Alles in Ordnung, meine Dame und die Herren? Können wir?« Die drei Uniformierten nickten betreten. Daraufhin fiel die Tür der Arrestzelle zu. Das schwere Schloss knackte und der ehemalige Herr »Oberaufseher« der JVA war »weg vom Fenster«. Eingesperrt vom Untergebenen Benno Brettlschneider. Ausgerechnet von dem, den er oft und ganz besonders gern am Kicker hatte. Wegen der Susi. »Ja mei,« jubelte Benno befreit in die Richtung seiner Kollegen: »Wenn ma an Raubüberfall mit schwerer Körperverletzung macht und sich dabei erwischen lässt, ist man dran. Keiner weiß das besser als er.« Als es schon fast dunkel war, fuhr Benno vom stressigen Schichtdienst nach Hause. Das Barbecue bei seinen Nachbarn war immer noch im vollen Gang und die bunten Lampions lockten nicht nur die Motten und Mücken an. Der stattliche und manchmal recht einsame Benno, stellte mit knurrendem Magen seinen Wagen in der Garage ab. Dann duschte er im Badezimmer oben, im ersten Stock seines Einfamilienhauses. Noch während er sich abtrocknete, öffnete er das Fenster. Der Wasserdampf entwich in die Nacht und Benno rief zu seinem Nachbarn hinüber: »Liegt noch ein Steak für einen Ausgehungerten am Rost? Und gibt es womöglich auch ein Bier?« Gelächter dröhnte herüber und eine schmalzige Männerstimme übertönte die Stereoanlage: »Spring rüber, Benno. Wir haben dich eingeplant!« Da würde sich der Benno niemals zieren oder sich zweimal auffordern lassen. Er schloss die Haustüre ab, denn die Sicherheit liegt ihm im Blut. Dann stieg er über den kurz geschnittenen Buchsbaumzaun auf das Nachbargrundstück hinüber und sank auf die breite Bierbank. Direkt neben die herb wirkende Kriminal-Hauptkommissarin Moni, die auch wieder eingeladen war. Damit keine Verwechslung entsteht: Benno Brettlschneider ist der jüngere Bruder von Adam Brettlschneider, der sich schon im Ruhestand befindet und der mit der ehemaligen Justizvollzugsbeamtin und Greenpeace-Aktivistin Maria Werner verlobt ist. Ja, der Adam hat es schön. Er und seine Maria sitzen vormittags in Bad Füssing in der Therme, am Nachmittag im Kaffeehaus und am Abend im Restaurant. Na gut, zugegeben: manchmal hat es der Adam doch nicht so schön, weil die Maria so oft recht hantig und grantig ist. Zum Glück hat der ledige Benno bisher kein so stressiges Anhängsel an der Backe und arbeitsmäßig nur mehr ein Dienstjahr vor sich. Er zählt schon die Tage, die » Die Arrestzelle drei ist für dich frei «, Ein Kurzkrimi von Ella W. Anders ihm bis zu seiner Pensionierung noch bleiben, wenn er seinen Jahresurlaub abzieht. Und natürlich rechnet er auch mit einer längeren Krankschreibung wegen der alljährlich aufflammenden Grippe- Pandemie. Aber dann wird der Benno das haben, was sein ungehobelter Boss, der Ruppert, für einige Zeit nicht mehr hat: nämlich die Freiheit! Der Chef wird wohl noch etwas länger in »der Anstalt« - oder wie einige Kollegen sagen - »im Taubenschlag« - einsitzen müssen. Aber nicht auf dem bequemen Bürostuhl in seinem Vorzeigebüro. Und nicht zu seinem Vergnügen. Benno bewegte seinen Zeigefinger von links nach rechts und wieder zurück: »No, no!« Der Ruppert Ruckdaschl wird in der JVA, genau eine Etage unter seinem früheren Büro, Tüten kleben dürfen, wenn er Glück hat. Wenn aber die momentane Pechsträhne nicht von ihm ablässt, muss er Böden schrubben und vielleicht die Wäsche waschen. »Ja so ein Depp«, sagte die Moni neben ihm, die bei der Verhaftung zugegen war. »Ruiniert sich mit einem Banküberfall und einer schweren Körperverletzung noch kurz vor dem Ruhestand die hohe Pension. Und dann lässt er sich auch noch erwischen! Der müsste doch längst wissen wie das geht, mit dem perfekten Verbrechen.« Benno nahm einen Riesenschluck aus dem Maßkrug und stimmte ihr zu: »Geschieht ihm vollkommen recht, dem Ruppert. So gemein wie er immer zu allen war und wie ruppig er mit den Kollegen umgesprungen ist.« Moni seufzte: »Das stimmt. Vor allem hattest du nichts zum Lachen, Benno. Dich mag er gar nicht. Warum eigentlich?« Dem Drangsalierten wurde soeben ein gegrilltes Riesen-Steak auf einem Holzbrett vor die Nase gestellt. Jetzt konnte er nicht mehr sprechen. Aber denken. Und schon wieder hatte er das schadenfrohe Grinsen im Gesicht. Was nämlich keiner weiß und was man niemals erfahren darf: Der Benno hätte, wenn er loyal gewesen wäre, den Chef aus seinem Schlamassel retten können. Ganz im Ernst! Sein Chef, der Ruppert, ist nämlich nur rein zufällig am Geldautomaten seiner Bank gestanden. Er hat den fliehenden Bankräuber verfolgt, ihn gestellt, zu Boden gerissen und ihn nur wegen der heftigen Gegenwehr blutig geschlagen. Benno war auch in der Bank. Er war eine der Geiseln und er hätte dem Ruppert helfen können. Aber der Benno wollte nicht. Und darum hat man den Bankräuber und den Ruppert miteinander verwechselt. Die schwer geschockten anderen Zeugen haben das nicht realisiert. Der Benno verzeiht dem Ruppert nämlich niemals im ganzen Leben, dass er ihn in Gegenwart der Kollegin Susi absichtlich den »bauchigen Benno« genannt hat. Und dass die schöne Susi dann vor Lachen fast zu Boden gegangen ist. Noch Wochen später konnte Bennos großer Rosenstrauß diese Schmach nicht vergessen machen. Im Gegenteil: Susi hatte sich zwar ganz lieb mit einem Wangenküsschen bei Benno bedankt und sich für einen kurzen Moment ganz innig an ihn gedrückt. Aber sie hat danach auch versehentlich gesagt: »Jetzt brauche ich nur noch eine bauchige Vase!« Und dann hatte die ganze Nacht- 8

schicht losgebrüllt vor Lachen. Susi konnte sich am wenigsten beherrschen und musste sich von Ruppert stützen lassen, der gleich herangesprungen war. Seitdem herrscht private Funkstille zwischen ihr und dem Benno. Und dieser stellt sich bang die Frage, ob zwischen dem Ruppert und der Susi was »läuft«. Aber morgen muss sie dem Inhaftierten das Essen reinreichen. Da wird man dann sehen. Benno will auf jeden Fall in der Nähe sein und sich ein Bild von der Lage machen. Aber zurück zum Barbecue: Das Steak war weg. Der Bierkrug war zum dritten Mal leer. Und die Moni war auf Tuchfühlung zum Benno gegangen. Dieser fühlte sich eingeengt und wünschte sich anstelle der Moni die Susi an seine Seite. Sein Maßkrug wurde gleich wieder aufgefüllt. Die mitreißenden, griechischen Rhythmen und die seufzenden Stimmen der Sängerinnen schallten aus den Verstärkerboxen und versetzten ihn in einen sentimentalen Taumel. In einen Rauschzustand sozusagen, bei dem man gar nicht mehr richtig weiß was man tut. Benno schloss die Augen. Er verschloss sie fatalerweise vor der Realität und zog das Wunschbild Susi - in der materiellen Form der Moni - noch enger an sich heran, als sie es ohnehin schon war. Und als eine Stunde später in Bennos Haus, im ersten Stockwerk oben, im Bad, das Licht anging, zeichneten sich am Fenster die Konturen der Moni ab. »Jessas!«, rief der Nachbar und zog entsetzt den Vorhang zu. »Jetzt bist du an seinem Unglück schuld!« schimpfte seine Frau. »Warum hast du ihm ständig nachgeschenkt!« »Die Schuld trägst ganz allein du!«, verteidigte sich ihr Mann. »Denn du hast sie eingeladen, Frieda!« Genau einen Monat später trafen sich Moni und Susi zufällig beim Friseur. »Was hast du vor, weil du dich so aufwändig stylen lässt, Moni?« Die war recht aufgekratzt und mitteilungsfreudig: »Ich habe den Benno seit vier Wochen nicht mehr gesehen. Darum habe ich ihn zum Essen eingeladen. Wir gehen in`s Buchenhain.« Susi war eifersüchtig: »Ob sich so ein finanzieller Aufwand bei dir noch lohnt, Moni? Ich habe da meine Zweifel. Diese Frisur und das Make up halten doch höchstens zwei Stunden. Danach siehst du so schlimm aus wie vorher.« Moni revanchierte sich für diese Bosheit: »Schade für dich Susi, dass dein Ruppert noch acht Monate einsitzen muss. Aber wenn sie ihn danach vom Dienst suspendieren, habt ihr sehr viel Zeit für einander. Du brauchst dich mit ihm aber nicht zu zeigen, falls du dich genierst. Du kannst ihm auch daheim was kochen.« Susi rief: »Du irrst dich, Moni. Mit dem »ruppigen Ruppert« ist nichts. Da ist mir der »bauchige Benno« lieber.« Moni war sauer: »Das kann ich mir recht gut vorstellen. Er ist jedoch in festen Händen, Susi.« Diese lächelte: »Das täuscht, Moni. Wir Frauen neigen zur Einbildung.« Jetzt war Moni stocksauer: »Ich nicht. Ich bin Realistin.« Susi konterte: »Ich auch, liebe Moni. Wie würdest du es denn deuten, dass mir ein Mann jede Woche einen Strauß roter Rosen schenkt? Moni grinste: »Dass der Ruppert dich liebt, Susi.« Diese holte zum Tiefschlag aus: »Wenn der Rosenkavalier aber Benno heißt?« Monis Augen verengten sich zu Schlitzen und sie sagte entschlossen: »Dann hat er sein Leben in der Freiheit verwirkt.« Die Atmosphäre in der »Niederbayerischen Stube« im Hotel Buchenhain war sehr angenehm. Benno saß der Moni etwas verlegen an einem runden Tisch gegenüber. Er hoffte, dass ihr auch ohne Worte klar ist, warum er sich nie gemeldet hat. Sie musterte ihn unauffällig und stellte fest, dass er im Anzug recht gut aussieht. Sein Bauch stellt kein Problem dar. Der wird schwinden. Sogar schon bald. Zwangsläufig! Das garantiert der Ärger, der ihm bevorsteht. Dann ging die Spezialistin das geplante Verhör an: »Du wunderst dich, dass ich dich zum Essen eingeladen habe, Benno Brettlschneider?« Er gab sich recht selbstbewusst: »Ich weiß, dass ich dir sehr sympathisch bin«, lachte er »und du mich aus diesem Grund wieder sehen willst.« Moni lachte ebenfalls. Aber eher etwas verkniffen. Man könnte es auch als gequält bezeichnen. Sie sagte: »Nur weil ich denke, dass du mit vollem Magen eher zu einem Geständnis bereit bist.« Er sah sie nachdenklich an. Was führt sie im Schilde? Erwartet sie etwa, dass er irgendwelche Gefühlsregungen gestehen soll die er gar nicht hat? Nein, sie ist eine kluge Frau. An so was denkt sie sicher nicht. Schon ging die Moni auf ihn los: »Ich weiß mittlerweile, warum Ruppert dich nicht leiden kann, Benno. Es ist wegen der Susi!!« Er schwieg vorsichtshalber und sie fuhr fort: »Ich war bei Rupperts Verhaftung zugegen. Aber die Ermittlungen führte mein Kollege. Wäre ich damit betraut gewesen, hätte ich dir noch einige dringende Fragen gestellt, mein Freund.« »Welche denn, Moni?« »Warum warst du ebenfalls am Tatort? Warum hast du zwar den Ruppert gesehen aber den Tathergang nicht? Warum konntest du keine Personenbeschreibung des Verletzten abgeben und warum kannst du die Personen nicht beschreiben, die ihn in einem Krankenwagen vom Tatort entfernt haben. Auch das Kennzeichen des Krankenwagens konntest du nicht erkennen.« Benno kratzte sich am Kinn und Moni blieb an ihm dran: »Du bist ein geschulter Mann, Benno. Es hat sich um deinen Kollegen gehandelt und da hättest du eingreifen müssen, als er auf den am Boden liegenden Mann eingeprügelt hat. Warum hast du nicht versucht, ihn zurückzuhalten?« Der Ober kam und servierte das Steak medium. »Wie du richtig erkannt hast, Moni: mit vollem Magen rede ich leichter. Jetzt lassen wir uns das gemeinsame Abendessen schmecken. Die Zeche übernehme ich und anschließend gestehe ich dir einiges.« Dann ergriff er das Messer. Kurz vor Mitternacht stieß Moni mit dem Geständigen ein letztes Mal an und dann bestellten sie noch einen Mocca. »Ich habe vorhin mit der Susi telefoniert, Benno, und schon mal deine baldige Einlieferung angekündigt.« »Und? Wie hat Susi mein Geständnis aufgenommen? Ist sie sehr schockiert und betroffen?« »Sie hat sich dämlich gelacht, Benno.« »Lässt mir die Susi noch etwas ausrichten, Moni?« »Ja, ich soll dir sagen, dass sie den Ruppert rausgelassen hat und demnächst mit ihm nach Mallorca fliegt. Damit er sich erholen kann.« Benno ächzte und Moni sagte süffi s a nt : »Ja, beinahe hätte ich es vergessen: Der Ruppert lässt dir auch was bestellen, Benno. Er sagt, dass alles für Deinen Einzug vorbereitet ist. Übrigens: die Arrestzelle Zelle vier gehört jetzt dir.« Ende Ella W. Anders schreibt Krimis, die in Niederbayern spielen. Ihre Geschichten und Figuren sind frei erfunden, lediglich der Raum ihrer Geschichten lehnt sich an die Realität an. Ihre Krimis haben einen skurrilen, lustigen und phantasievollen Humor, blutrünstige Schilderungen werden vermieden. Vielmehr steht die Unterhaltung im Mittelpunkt ihrer Werke. Ihr erstes Buch „Austanzt“ ist im November 2016 beim Spielberg Verlag erschienen und an folgenden Stellen in Bad Füssing erhältlich: Kaufhaus Geml, Kurallee 16, (08531)2865 oder Thermen-Insel in der Therme 1. Tel. 08531 978706. Oder online: unter amazon.de 9

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