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wasistlos Bad Füssing Magazin Juni 2018

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Wasistlos - Das Bad Füssing Magazin Juni 2018: Hier erhalten Sie eine Vorschau, welche Top-Veranstaltungen und Highlights Sie in Bad Füssing 2018 erwarten! Lebensfreude, Körperkultur und Genuss - Das wasistlos Magazin berichtet über aktuelle Themen aus der Thermenregion rund um Bad Füssing, liefert Ihnen Ausflugstipps, tolle Veranstaltungen, Gewinnspiele und gibt Insider-Tipps rund um Kulinarik und Genuss. Auch Kultur- und Kunst-Liebhaber kommen bei interessanten Ausstellungstipps und Hintergründe zur Geschichte der Region auf ihre Kosten. Diesen Monat: Der Augustinisaal im Chorherrenstrift Reichersberg - Kurortpionier Peter Geml feierte seinen 100. Geburtstag - Vereine in Bad Füssing: Dorfgemeinschaft Riedenburg e.V. - Aqua Piano Konzerte 2018 - Wer andern eine Grube gräbt... ein Bad Füssing-Kurzkrimi von Ella W. Anders - Werte und Immobilien im Thermenland - Bad Füsing vor 25 Jahren - Der aktuelle Radtipp für Juni - TV-Programm - Gewinnspiel 500,-€ Hotelgutschein u.v.m. cs-inmedia, Fürstenzell

Hubertus Isidor

Hubertus Isidor Gemsenjagler, ein braungebrannter und vor Eitelkeit strotzender Mann, saß unter der niederbayerischen Sonne ganz allein im hintersten Eck eines kleinen, urigen und lauten Dorf- Biergartens. Er hob das volle Glas Weißbier und sprach in Gedanken einen Trinkspruch auf sich und seinen neuen Lebensabschnitt mit einer wundervollen Zukunft zu zweit. Dann nahm er einen kräftigen Schluck, wischte mit dem Handrücken den Bierschaum vom graubraun gestreiften Schnauzbart und dachte voller Unbehagen an sein dunkles Geheimnis. Er hatte die vergangenen zwei Wochen in angenehmster Begleitung auf einer einsamen Berghütte im Salzburgischen verbracht und seine angegriffenen Nerven beruhigt. Denn zehn Tage vor diesem Urlaub hatte sich für ihn die Möglichkeit ergeben, die langjährige Ehefrau Hermine durch einen Auftragskiller, den er über das Darknet gesucht und gebucht hatte, diskret und recht schnell »um´s Eck« zu bringen. Der gedungene Mörder hatte Vorauskasse gefordert und finanziell recht kräftig zugelangt. Aber im Gesamtpaket waren sogar die Verbrennung der Leiche in einem obskuren Krematorium in Holland, die Rücklieferung der Asche an einen harmlosen Münchner Alternativ-Bestatter und eine feierliche Grablegung inbegriffen. Also alles in, aus und von einer Hand - und zwar von der eines schmutzigen Profis. So einem risikolosen Angebot hatte der Hubertus nicht widerstehen können. Bereits acht Tage später war die Beerdigung im engsten Familienkreis erfolgt; nämlich nur mit dem Bestatter und Hubertus als einzigen Hinterbliebenen. Aus Gründen der Kosteneinsparung hatte er noch rasch unmittelbar vor der Zeremonie die Asche aus der Transport-Urne in eine gewöhnliche Schuhschachtel umgefüllt, in der seine Frau elegante, silberfarbige, noch nicht getragene High-heels aufbewahrt hat. Zuerst hatte er sogar Hermines bauchige Lieblings- Handtasche als Aschebehältnis in Erwägung gezogen. Aber die war sehr teuer und sieht noch gut 6 Wer andern eine Grube gräbt aus. Die könnte er im rosaroten Geschenkpapier mitsamt den High-heels an seine Neue weitergeben. Beim Gang zum Grabaushub hatte Hubertus seine nervliche Anspannung kaum mehr unterdrücken können und hätte sie am liebsten hinaus gebrüllt. Das kam ihm aber angesichts des so würdevoll vor ihm dahin schreitenden Alternativ-Bestatters dann doch zu pietätlos vor. Eine heftige Gänsehaut überzog ihn aber, als sich nach nur zehn Minuten der Bestatter mit tröstenden Worten verabschiedete und Hubertus allein am offenen Erdgrab zurück blieb. Denn obwohl er es gerne und oft anders darstellte, hatte die Hermine immer gut für ihn gesorgt und auf seine vielen Wehwehchen Rücksicht genommen. Sie hatte ihn aus peinlichsten Situationen befreit, ihn in Krankheit gepflegt und sogar sein Leben gerettet, als ihn vor vier Jahren eine Sepsis fast dahingerafft hätte. Aber ihre Angewohnheit, seinen faulen Ausreden zu misstrauen, ihn gelegentlich zu observieren und den stark ausgeprägten Freiheitsdrang einzubremsen, wollte er nicht länger hinnehmen. Die Hermine war zwar meist recht nett, stets gertenschlank, noch immer blond, früher einmal sehr sportlich und in gewisser Weise sogar attraktiv. Aber sie war auch nicht mehr die Jüngste. Das kam erschwerend hinzu. Sie wäre in vier Monaten schon Achtundfünfzig geworden, also in Kürze nicht mehr jung genug für ihn, den umtriebigen, 65-jährigen Easy Rider aus dem Rottal. Ein Hauch von Dankbarkeit und ein winziger Anfall von Schuldgefühlen hatte Hubertus jedoch veranlasst, die Asche seiner Frau in dem neu angelegten, wunderschönen Naturfriedhof an der Isar zu bestatten. In München war sie immer so gern beim Shoppen gewesen. Daher sollte sie nun ganz in der Nähe in alle Ewigkeit ruhen. Als Adieu für die Gute schnitzte er während des Bergurlaubs eigenhändig ein Holztäfelchen mit dem Text: »Hier ruht mein Schatz H. Gemsenjagler«. Selbstverständlich war mit dem »H.« nur die Hermine gemeint. Diese absichtliche Kurzform sollte aber eigentlich nur das von ihm persönlich in Umlauf gebrachte Gerücht unterstützen, dass er selbst unlängst durch einen unverschuldeten Motorradunfall verstorben ist und hier, an diesem beschaulichen Ort, von seiner Ehefrau zur letzten Ruhe gebettet wurde. Denn mit dem »H.« könnte doch durchaus der »Hubertus« gemeint sein. So hätte sich der raffinierte Mann mit einem Schlag – zielsicher ausgeführt vom professionellen Mörder – nicht nur seiner Ehefrau entledigt. Er hätte zusätzlich recht clever seine weiblichen, ausgedienten Groupies getäuscht und endgültig abgehalftert. Jetzt ist der Hubertus Isidor frei! Er hat die Möglichkeit, in Saus und Braus nur mit seiner jüngsten Eroberung zu leben und mit ihr zu neuen Ufern, in höheren Kategorien, aufzubrechen. Niemand wird die Hermine aus Niederbayern vermissen. Sie wird völlig unbemerkt im Grab an der Isar vermodern. Hubertus zog grinsend und etwas umständlich eine pralle Geldbörse aus der inneren Brusttasche seiner Motorrad-Kluft und bezahlte die Zeche. Sowie sich in diesem Geldbeutel Ebbe zeigt, braucht er nur aus dem bis zum Rande vollen Schwarzgeld-Depot nachzufüllen, das er heimlich und listig schon seit einigen Jahren angesammelt und in seiner Hobby-Werkstatt im kompakten Industrie-Staubsauger versteckt hält. Das gute Stück wird er mitnehmen und auch weiterhin heimlich nur zur Tarnung als Tresor benützen, wenn er schon in den nächsten Tagen für alle Zeiten seine Zelte im Rottal abbrechen wird. Denn trau keiner Frau! Auch keiner neuen. Und erst recht keiner schwer Verliebten. Kein Einbrecher wäre in der Vergangenheit auf die abwegige Idee gekommen, im Aschebehältnis eines Werkstatt Staubsaugers nach Bargeld zu suchen. Und die Hermine hätte dieses schmuddelige Ding sowieso nicht angerührt. Hubertus erhob sich, stapfte in den schweren Springerstiefeln auf den Parkplatz hinaus, stülpte den Motorradhelm über, setzte sich auf den »Bock« und startete. Er lauschte sekundenlang dem satten, tuckernden Sound der Maschine, klappte schließlich sein Visier nach unten und gab Vollgas. Ja, a Bazi is a scho immer g´wesen, da Hubertus! Aber dieses Mal ist alles anders. Fortuna scheint ihn verlassen zu haben. Nur weiß er das nicht. Seine Ehefrau war zwar vom Moder umfangen, aber nicht tot. Sie aalte sich traumatisiert im heißen Natur-Fango auf der Hightec-Liege im Spa-Bereich eines Bad Füssinger Hotels, und sann nach Rache. Denn was der Hubertus nicht für möglich gehalten hätte, war eingetroffen: Hermine hat den Spieß umgedreht. Sie hat den Auftragsmörder gekillt! Ella W. Anders schreibt Krimis, die in Niederbayern spielen. Ihre Geschichten und Figuren sind frei erfunden, lediglich der Raum ihrer Geschichten lehnt sich an die Realität an. Ihre Krimis haben einen skurrilen, lustigen und phantasievollen Humor, blutrünstige Schilderungen werden vermieden. Vielmehr steht die Unterhaltung im Mittelpunkt ihrer Werke. Ihr erstes Buch „Austanzt“ ist im November 2016 beim Spielberg Verlag erschienen und an folgenden Stellen in Bad Füssing erhältlich: Kaufhaus Geml, Kurallee 16, (08531)2865 oder Thermen-Insel in der Therme 1. Tel. 08531 978706. Oder online: unter amazon.de

... stolpert selbst hinein Sie entdeckte den bedrohlichen Kerl mit dem Strick in letzter Sekunde. Er war in der Dämmerung durch ein Fenster im Wohnzimmer eingestiegen, sah aus wie das »Phantom« der frühen schwarzweiß-Krimis und stellte sich der Hermine zynisch vor: »Hey Schatzerl! Ich bin der Detlef. Und du bist meine Leiche.« Dann war er zum Angriff auf sein Opfer übergegangen. In diesem grauenvollen Moment stand die Zeit still. Dann mutierte die harmlose Frau Gemsenjagler zur eiskalten, berechnenden Gegnerin. Sie übersprang den vor ihr stehenden Sessel und hechtete schreiend über die bauchige Couch. So war der Verblüffte zunächst auf Abstand gebracht. Dann lenkte sie den Verbrecher durch unaufhörliches Reden ab, vergrößerte langsam die Distanz zu ihm und lockte ihn in den offenen Küchenbereich. Dort riss sie das Tranchiermesser ihres Gatten aus dem Hackstock, stürzte sich mutig auf den Profi und riss ihm dabei ein großflächiges Haarbüschel aus. Bei seinem Abwehrversuch schlug der hagere Einsfünfundsiebzig-Mann mit dem Gesicht an der Kante des Kachelofens auf, verlor seine nagergelben Schneidezähne und für kurze Zeit das Bewusstsein. Als er eingerollt wie eine Kohlroulade und bewegungsunfähig im Rottaler Flickerl-Webteppich wieder erwachte, erkannte er seine aussichtslose Lage und versuchte, um seine Freilassung zu feilschen. Dazu hatte er der schwer geschockten Hermine ganz ausführlich sämtliche Details seines mörderischen Deals mit Hubertus »gebeichtet«. Und damit war das Schicksal der Bestie besiegelt. Dieser Mann sollte nie mehr morden können. Hermine war bereit, seine Opfer zu rächen. Nach zwei Stunden Luftknappheit im staubigen Teppich zog er es schließlich zermürbt vor, freiwillig und aus Unkenntnis die von der Hermine aufgedrängte Muskatnuss zu knabbern und mit dem eingeflößten Kräutertee hinunter zu würgen. Dann saß die Gemsenjaglerin geduldig abwartend auf dem Küchenstuhl. Sie hatte die unkalkulierbare Wirkung der Psycho-Nuss eingeplant. Bevor der Gefangene ins Delirium fiel, gaukelte ihm eine Halluzination die Errettung durch seinen Auftraggeber vor. Und dann war das mörderische Spiel zu Ende. Der seit Jahren gesuchte und zur Fahndung ausgeschriebene Mörder war dem Wirkstoff Myristicin erlegen. Vier Gramm, das ist das Gewicht einer einzigen Muskatnuss, hatten ausgereicht, um ihn ins Koma fallen zu lassen, aus dem er nicht mehr erwachte. So traten nicht wie vorgesehen Hermines Gebeine, sondern jene des Killers die von Hubertus bereits vorfinanzierte Reise ins niederländische Krematorium an. Anschließend düsten seine sterblichen Überreste per Drohne von Amsterdam in das Münchner Alternativ-Beerdigungsinstitut. So kam es, dass der ahnungslose, glückliche Witwer nicht die selige Hermine in ihre Schuhschachtel umfüllte, sondern Detlef, den Serienkiller. Blöderweise. Foto: pb ein Kurzkrimi von Ella W. Anders Hermines Rache an ihrem Mann folgte auf den Fuß und war durchdacht: Sie hatte am Urnengrab die leicht angeschimmelte Schuhschachtel samt Inhalt wieder ausgebuddelt. Dann streifte sie daheim Grill- Handschuhe über und öffnete getreu dem Aschermittwoch- Spruch »Asche zu Asche« den ekeligen Industriesauger, um das für den Kamin vorgesehene Behältnis mit dem Überbleibsel des Verbrechers zu füllen. Für einen exakten DNA-Abgleich durch das Kriminallabor warf sie hilfreich die ausgeschlagenen Schneidezähne und das ausgerissene Haarbüschel des Toten hinzu. Dabei entdeckte und barg sie einen überquellenden Geldtopf, wie man ihn nur noch im Märchen am Ende eines Regenbogens finden kann. Sie hatte das Geheimnis von Hubertus enttarnt. Hermines Freudenschrei gellte durch die Nacht und gleich danach ging ein anonymer Hinweis bei der Kripo ein, der besagte, dass Hubertus Gemsenjagler womöglich sogar ein Mörder ist, weil er die Reste einer Leiche im Staubsauger hat. Hermine war unter den Klängen der fernöstlichen Entspannungsmusik und der kosmetischen Behandlung aufgeblüht und hätte mitsummen mögen vor Freude darüber, dass sie noch am Leben ist. Anstelle ihrer eigenen Asche lagert nun versteckt im Urnengrab, in einem sehr kompakten Aluminium-Behältnis, die ansehnliche Barschaft ihres Mannes. Einstweilen zumindest. Aber das ahnt er nicht. Da modert seiner Kenntnis nach doch die Hermine vor sich hin. Es ist dem Hubertus ein Rätsel, wer den Kerl aus dem Darknet erledigt, eingeäschert und für die Kripo im Staubsauger deponiert hat. Vielleicht waren es Groupies, die dem Hubertus auf die Schliche gekommen sind? Oder gar die Neue, die jetzt der Vergangenheit angehört und bei der er so manches Mal den Mund nicht halten konnte? Oder... oder.....? Nachträglich gesehen hatte die Vorsehung dem Hubertus genau die richtige Grabinschrift für das Holztäfelchen eingeflüstert. Denn hier »ruht« nun tatsächlich »sein Schatz«. Und der gehört jetzt der Hermine. Als Schmerzensgeld sozusagen. Das hat sie sich sauer verdient. Diese Kohle will sie allein verprassen. Na ja, vielleicht irgendwann - einen ganz kleinen Teil - sogar zu zweit. Während dieser Zeit büßt... oder modert?... der Hubertus in seiner Zelle vor sich hin. In Straubing. Vielleicht sogar bis ins nächste Jahrzehnt. Denn wie formuliert es die Tageszeitung? »........Der Eigentümer des großen Staubsaugers, ein überaus beliebter Pensionär aus dem Rottal, ist als mutmaßlicher Mörder im Salzkammergut den Armen seiner Liebsten entrissen, verhaftet und nach Bayern ausgeliefert worden. Denn das von den Tatort Ermittlern genutzte Leuchtmittel Cyanacrylat hatte ausschließlich seine eigenen Fingerabdrücke als weißes Muster am Behälter sichtbar gemacht. Andere Spuren gibt es nicht. Hubertus G. ist der Allein-Täterschaft überführt.« Ende 7

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