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wasistlos Bad Füssing Magazin Mai 2016

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Kulturelle Schätze der

Kulturelle Schätze der Die Konzertreihe „Aqua Piano“ im Kleinen Kursaal von Bad Füssing verbindet die heilende Kraft des warmen Bad Füssinger Thermenwasser mit der heilenden Kraft der Musik. Daher der Name der Konzertreihe „Aqua Piano“, die von der Kurverwaltung ins Leben gerufen wurde. Garant für diese hochqualitative Konzertreihe sind die hervorragenden Solisten, ein hochkarätiges Programm und der klassisch schöne und für seinen Wohlklang berühmte Bösendörfer-Konzertflügel. Lassen Sie sich zur Intensivierung eines jeden Konzerterlebnisses von Dr. Wilfried Hartleb mit interessanten Informationen zu Künstlern, Werken und Epochen in den Konzertabend einstimmen. Das Passauer Land ist eine unverwechselbare Region in Europa. Hier gibt es viele geschichtlich bedeutsame Kulturgüter zu entdecken. Wir nehmen Sie mit auf diese Reise.. Dr. Wilfried Hartleb, Leiter des Kulturreferats im Landkreis Passau, Kreisheimatpfleger. Studierte u.a. Bayerische Landesgeschichte an der Universität Passau. Erhielt 1987 für seine Dissertation über das Schulwesen in der evangelisch-lutherischen Grafschaft Ortenburg den Kulturpreis Ostbayern auf wissenschaftlichem Gebiet. Er lebt seit 1971 mit seiner Familie auf dem Schmelzinger Hof in Schmelzing, Gemeinde Neuburg am Inn. Vorschau 12.05.2016 – 19.30 Uhr – Kleiner Kursaal Carolin Danner Danner spielt unter dem Motto „Auf den Flügeln der Fantasie“ Werke von Beethoven, Mozart und de Falla sowie den Zyklus „Kreisleriana“ von Robert Schumann. Die Pianistin unterrichtet seit 2011 als Lehrbeauftragte für Klavier an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik in Regensburg und steht für außergewöhnliche Konzertprogramme mit durchdachten Konzepten. 17.06.2016 – 19.30 Uhr – Kleiner Kursaal Valerij Petasch „Ballett für zehn Finger“ Valerij Petasch wurde in Alma-Ata geboren. Schon sehr früh besuchte er die Hochbegabten- Akademie Gnesini und anschließend das Tschaikovski-Konservatorium Moskau. Er ist Ehrenmitglied der Internationalen Chopin-Gesellschaft. Auf dem Programm stehen Werkevon Chopin, Mendelssohn Bartholdy, Liszt, Skrjabin sowie Eigenkompositionen. 07.07.2016 – 19.30 Uhr – Kleiner Kursaal Anastasia Seifetdinova Freunde und Gegner im Wettbewerb Anastasia wurde in Kiew (Ukraine) geboren, wo sie mit Elf ihren ersten großen öffentlichen Soloklavierabend gab. 2006 gab sie ihr Debüt in der Carnegie Hall. Auf dem Programm stehen Werke von Schumann, Brahms, Mozart und Clementi. 04.08.. Prof. Michael Legotsky „Unsterbliche Musik - Von der Wiener Klassik bis zur russischen Romantik“ 15.09. York Hardy Rittner „Chopin & Liszt“ Auf dem Programm stehen Werke von Chopin und Liszt. Informationen + Karten 2016 VeranstaltungsService, Kurallee 15, 94072 Bad Füssing Telefon: +49 (0)8531-975522 www.badfuessing.de • ticket@badfuessing.de Das Monumentalgemälde „Abundantia“ (Überfluss) hat Ferdinand Wagner (1847-1927) um das Jahr 1900 geschaffen. Da nur noch wenige Leinwandbilder von ihm erhalten sind, kommt diesem Gemälde, das sich jetzt im Rittersaal von Schloß Neuburg befindet, eine große Bedeutung zu. Der Historienmaler Ferdinand Wagner gehörte zu den führenden Malern der Prinzregentenzeit und ist eng mit der Geschichte der Neuburg verbunden. Er gehörte wie Franz von Stuck zu den Künstlern, die im Juli 1908 eine Petition an den Prinzregenten Luitpold zur Rettung der Neuburg unterschrieben haben. Ferdinand Wagner, Ehrenbürger der Stadt Passau, besaß von 1890 bis 1907 die Veste Niederhaus als ständigen Wohnsitz, die er opulent mit Fresken aus der mittelalterlichen Geschichte ausmalte. Er ist Mitbegründer des Ilzer Haferlfestes. Seine Ölgemälde im kleinen und großen Rathaussaal in Passau besitzen Weltruhm (1886-1890), wobei er sich an die Dekorationsformen des Dogenpalastes in Venedig und an Peter Paul Rubens orientierte (Einzug der Kriemhild, Hochzeit Kaiser Leopold I. mit Eleonore von Pfalz-Neuburg, Huldigung der Passauer Bürgerschaft an König Maximilian I. Joseph von Bayern nach dem Anschluss Passaus an das Königreich Bayern) Abundantia ist in der römischen Mythologie die Personifikation des Überflusses. Sie ist Symbol des allgemeinen Wohlstandes und des Überflusses an Gütern. Das Gemälde von Ferdinand Wagner stellt eine Verherrlichung der Abundantia dar. Es ist ein Fest der Freude, das hier inszeniert wird, denn es gilt, die Natur in ihrer Lebensfülle und unerschöpflichen Fruchtbarkeit durch frohe Menschenkinder inmitten einer reichen Umgebung zu versinnbildlichen. Ferdinand Wagner hat die Stimmung heiteren Genießens und blühender, jugendlicher Daseinsfreude, die aus dem Gefühl der Kraft und Gesundheit entsteht, aufs trefflichste getroffen. Das Bild von Ferdinand Wagner hat eine sehr dekorative Wirkung. Wir können rechts und links zwei Säulen erkennen, zwischen denen dieses Schauspiel stattfindet. Der Ausblick, den das Bild von der hohen, säulentragenden, mit Girlanden dekorativ geschmückten Loggia auf Himmel und Meer gestattet, führt den Beschauer von dem Menschlichen und Irdischen hinaus in die Unermesslichkeit des Himmels. Das ganze Arrangement ist prunkend: die schweren Atlasstoffe, die Teppiche, das Tigerfell mit dem Tigerkopf und die kunstgewerblichen Gegenstände wie die dekorative Vase (unten links) und die silberne Gießkanne (unten Mitte). Der Reiz liegt im Kontrast der weichen, seidigen Fleischtöne zu der Mannigfaltigkeit der tiefen Farbentöne. Die vier Nymphen und zwei Putten zeigen viel nackte Haut 28 I wasistlos magazin

Region KULTURELLE SCHÄTZE DER REGION Abundantia Ferdinand Wagner und rundliche Formen. Die rosige Frische der Haut verweist auf Gesundheit und körperliches Wohlergehen. Die Abundantia zeigt ihre nackten Brüste, die die Schönheit, Form, Fülle verkörpern. Brust ist Quelle, bedeutet Versorgung. Die Mutterbrust trägt in sich das Potential für Leben. Symbolisch ist die Brust der magisch-religiösen Stellung des Göttlichen verbunden. Für das Neugeborene ist die Brust Mutter und Leben, Überleben, Nahrung, Wärme und Zärtlichkeit zugleich. Brust ist Schöpferin und Erhalterin des Lebens. Die Brust repräsentiert den göttlichen Funken, aus dem das Elixier fließt. Bei Isis spendet die Milch Unsterblichkeit, bei Sophia Weisheit. Alle Figuren tragen volle Haarpracht, offen oder zu einem Schopf gebunden, die ihre Schönheit, Fruchtbarkeit, Verführung und Anmut unterstreichen. Die Haarfarbe bei allen sieben Figuren ist flachsfarben golden oder dunkel. Golden erinnert an den Sonnengott Apoll, der sonnenartige Goldlocken trug. Der Weingott Dionysos hatte eine dunkele und ineinander verschlungene Haarpracht wie wilde Weintrauben. Die Abundantia trägt einen Kranz aus Ähren in ihrem goldenen Haar. In der linken Hand hält sie einen Zweig, der gleichzeitig Blüten und Früchte trägt. Ähren und Zweig verdeutlichen Fruchtbarkeit. Abundantia wendet sich mit ihrem Blick nicht dem Betrachter zu. Sie zeigt eine nachdenkliche Haltung, weich und träumerisch, wodurch das Bild eine seelische Vertiefung erhält: diese Abundantia, das Symbol der Fruchtbarkeit in der Natur, scheint in eine Betrachtung über das tiefe, unergründliche Mysterium vom Leben versunken zu sein. Da die vielen Rosen nicht mehr so frisch wirken, könnte ihre nachdenkliche Haltung auch mit der Vergänglichkeit von „Überfluss“ zusammenhängen. Die beiden Putten im oberen rechten Bildrand sind Ferdinand Wagner 1847 -1927 fröhliche, spielende Kinder. Die beiden nackten Nymphen sind liebliche Mädchengestalten. In der griechischen Mythologie sind Nymphen weibliche Gottheiten, welche als Personifikationen von Naturkräften überall auftreten. Neben den zwei Putten, die den oberen Bildbereich beherrschen, finden sich zwei Knaben im unteren Bildbereich, die an ihrer schwarzen Lockenpracht zu erkennen sind und den Weingott Dionysos verkörpern. Die Gruppierung der Gestalten erweckt den Eindruck des Lebensvollen, Bewegten, eines freien Spiels der Kräfte; diese Bewegtheit wird ganz besonders durch die reizende Geschäftigkeit der Putten hervorgerufen, die in ihren Bewegungsmotiven, dem gegenseitigen Zureichen von Früchten einen geschlossenen Linienrhythmus bilden, der das Auge erfreut. Die Putten sind Boten des Wunderbaren, Boten des Unerklärlichen, des Göttlichen. Seit der Antike gibt es geflügelte Wesen in Menschgestalt, die Vermittler und Boten zwischen Himmel und Erde sind. Sie können fliegen, was zu den ältesten Wunschbildern, Träumen und Mythen der Menschen gehört. Sie sind Personifikation jener unfassbaren Mächte, die der Mensch erlebt und die vom Himmel zu kommen scheinen. Die fliegenden Boten holen das, was der Himmel schickt, ins menschliche Empfinden herein. Der Kinderengel des Barock geht auf den antiken nackten Knaben Eros/amor zurück. Seit der Barockzeit bevölkern ganze Heere dieser Purzelbaum schlagenden, Schabernack treibender, drolligen Bürschchen unsere Kirchen und verrichten in aufreizender Natürlichkeit den himmlischen Jubeldienst. Die Putten sind Hauptdarsteller in der himmlischen Komödie. Sie sind bewegungshungrig und stellen ihre fleischliche Vitalität in den Dienst Gottes, sie jubeln, tanzen, sie purzeln am Altar herum, schwenken Girlanden und streuen Blumen. In diesem barocken Sinne sind auch die beiden Putten im rechten oberen Bildrand zu sehen. Der obere Putto reicht einen Granatapfel seinem mit Blumenkränzen geschmückten Gefährten unterhalb. Eine kleine Nymphe rechts in der Mitte hält in der Linken ebenfalls einen Granatapfel. Der Granatapfel schließt in seiner festen Schale viele süße Körner ein. Diese Frucht ist ein Symbol für Wohlstand und Fruchtbarkeit, zumal sie ein Attribut der Liebensgöttin Aphrodite/Venus ist. Es könnten aber auch Quitten sein, die seit der Antike Symbol der Liebe und der Fruchtbarkeit sind. Der griechische Geschichtsschreiber erwähnt, dass Solon im 7./6. Jahrhundert ein Dekret erlassen hatte, in dem der Braut nahegelegt wurde, sie solle zur Steigerung ihrer Fruchtbarkeit vor der Hochzeitsnacht eine Quitte essen. Ganz vertraut miteinander sind auf der linken Seite eine Nymphe und ein Knabe mit schwarzen Locken. Die Nymphe trägt mit ihrer rechten Hand auf dem Kopf haltend einen Korb voll mit Früchten (Weintrauben, Birnen, Quitten). Ihre stützende linke Hand wird von der rechten Hand des Knaben gehalten, wodurch ihre körperliche Nähe zum Ausdruck kommt. Der Knabe rechts unten liegt auf dem Kopf eines Tigerfelles und hebt gerade an, mit der rechten Hand aus dem Gießkanne Wein zu gießen. Er verkörpert mit seiner wilden dunkeln von einem Kranz Weintrauben umwundenen Haarpracht den Weingott Dionysos. Betrachten wir die Vase, dessen Deckel unterhalb liegt. Vasen sind Behältnisse für wertvolle Dinge wie Wein oder Öl und symbolisieren Reichtum, Überfluss und Frieden. Die vordere Seite der Vase ziert ein Gesicht. Es ist aber kein Maskaron, also ein grotesk oder schreckeinflößend gestaltetes Fratzengesicht oder ein menschenähnliches Antlitz eines Fabelwesens oder einer Gottheit. Es ist ein schönes, ebenmäßiges Gesicht. Als Henkel können wir links eine Frauengestalt erkennen, oben nackt, unten mit einem Tuch bedeckt, die ihren gestreckten Rücken der Vase zuwendet. Den Kontrast bildet rechts ein Drache mit Flügeln, der mit seinen langen Füßen, die drei Zehen haben, die Vase zu besteigen scheint. wasistlos magazin I 29

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