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Emerenz Meier

Emerenz Meier Waldkirchen – Passau – Chikago Neben den bekannteren Häusern der Passauer Bräugasse wie Museum Moderner Kunst oder Altes Bräuhaus bleibt ein rosarot gestrichenes Gebäude mit seiner unauffälligen kleinen Gedenktafel meist unbeachtet: das ehemalige Wirtshaus zum Koppenjäger. Dieser einstige Treffpunkt einer eher robusten Klientel wäre längst vergessen, hätte nicht in den Jahren 1902 und -03 eine Wirtin hier regiert, deren Gewicht als Dichterin inzwischen unbestritten ist – Emerenz Meier. Emerenz kam 1874 in Schiefweg bei Waldkirchen zur Welt; als Tochter eines Bauern, Gastwirts und Viehhändlers wuchs sie in einem leidlich versorgten Haushalt in der – nach modernem Schönsprech – „strukturschwachen Region“ auf. Als einerseits sehr gute Schülerin und andererseits Bedienung und Hilfskraft in der rauhen Umgebung des elterlichen Wirtshauses war sie frühzeitig jener Spannung von Begabung und Widrigkeiten ausgesetzt, die sich in literarischer Betätigung entlud. Nach zahlreichen kleinen Geschichten und Gedichten, die vorerst unveröffentlicht blieben, erschien 1893 in der Passauer Donau-Zeitung die Erzählung „Der Juhschroa“. Ihr zu Lebzeiten einziges Buch „Aus dem bayrischen Wald“ druckte 1896 ein Verlag im fernen Königsberg. Obwohl sogar im Simplicissimus, dem wohl hochrangigsten Blatt für Sozialkritik und Satire jener Zeit, ihre Texte zu lesen waren, konnte Emerenz Meier von ihrer literarischen Arbeit nicht leben. Sie brachte sich mit verschiedenen Arbeiten – eben auch als Wirtin – mehr schlecht als recht durch und wanderte schließlich, wie vor ihr bereits der größte Teil ihrer Familie, 1906 nach Amerika aus. Auch dort war sie wieder, obwohl in deutschsprachigen Zeitungen einige ihrer Werke erschienen, auf einfache Arbeit angewiesen. Am 28. Februar 1928 starb Emerenz Meier in Chikago, erst 53jährig, an den Folgen einer Nierenentzündung. Erst in den letzten Jahrzehnten wurden bislang unbekannte Dokumente – Erzählungsfragmente, Gedichte und Briefwechsel – der Öffentlichkeit zugänglich. Aus Ihnen ergibt sich ein neuer, diffenzierter Blick nicht nur auf die Dichterin, sondern vielmehr auf die scharfsinnige Beobachterin und mitunter scharfe Kritikerin der sozialen Verhältnisse ihrer Zeit. Künstlerinnen wie Christine Wagner (Plastik) oder Eva Priller (Gemälde) haben Emerenz Meier auch als Vorkämpferin für Frauenrechte thematisiert, Literaten wie Hans Göttler und Heimatforscher wie Paul Praxl haben sich der Kommentierung und Herausgabe ihrer Texte angenommen. gth Emerenz Meier, Gesammelte Werke, Hg. v. Hans Göttler, Bd. I und II, Grafenau: Morsak Verlag, 2012 Hans Göttler liest: „Mei Emerenz, my Emma!“ Texte aus Baiern und Amerika, verfasst von Emerenz Meier. CD, 75 min., Grafenau: Morsak Verlag Paul Praxl: „Ich bin fürchterlich radikal gesinnt“: Die unbekannte Emerenz Meier, Passau: Dietmar Klinger Verlag 2012

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